Stiftung

Projekte

Seit dem Jahr 2001 setzt sich die Stiftung Artenschutz für den Schutz existentiell bedrohter, oftmals allgemein weniger bekannter Tierarten und deren Lebensraum ein. Dieser Aufgabe stellt sie sich in enger Kooperation mit vielen Zoos, Naturschutzorganisationen und engagierten Privatleuten.

 

Die meisten Stiftungsprojekte widmen sich dem Artenschutz innerhalb des natürlichen Lebensraumes. Einer der Grundsätze der Stiftung Artenschutz ist jedoch auch der "One Plan Approach", der besagt, dass Maßnahmen innerhalb des natürlichen Lebensraums und außerhalb - wie die Erhaltungszucht - Hand in Hand gehen müssen. Deshalb unterstützten wir - neben in-situ Schutzmaßnahmen - sowohl Projekte zur Erhaltungszucht oder zur angewandten Forschung als auch edukative Projekte außerhalb des Lebensraums, solange deren Ergebnisse für den Erhalt bedrohter Arten relevant sind.

 

Unsere Projekte beinhalten weiterhin auch sozioökonomische Begleitmaßnahmen, beispielsweise in Situationen des Mensch-Tier-Konfliktes. Wir achten darauf, dass unterstützte Projekte nachhaltig angelegt sind und beispielsweise durch Aufforstung und Bildungselemente zum Kampf gegen den Klimawandel beiträgt. 

Kurzzeitprojekte

Bawean 255px button

Langur 255px button

Pekari 255px button

Leopard 255px button

Fasan 255px button

Meeresschildkroeten 255px button

Echidna Button DE

Fatu Hiva 255px button

Pangolin Button DE

Java Pustelschwein Button DE

Bakingili 255px button

Früher geförderte Projekte

Folgende Projekte haben in der Vergangenheit eine Förderung durch die Stiftung Artenschutz erhalten:

Amurleopard

Förderzeitraum: 2004-2009,2015-2016

Fördersumme: 5.947,20 €

Durchführende Organisation: Phoenix Fund, WCS

Region: Russland, China

Art: Panthera pardus orientalis

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)

 

Stiftung Artenschutz unterstützte die Tigris Foundation bei der Schutzmaßnahmen für den Amurleoparden.

  • Eindämmung der Wilderei der Leoparden und ihrer Beutetiere. Finanzielle Unterstützung der Arbeit der Anti-Wilderer-Brigaden. Förderung der Feuerschutz-Brigaden zur Bekämpfung von Waldbränden.
  • Lebensraumschutz
  • Vermehrte Naturschutzaufklärung in den Schulen der Region, um vor allem Kinder und Jugendliche zu Fürsprechern des Naturschutzes zu machen.
  • Unterstützung wissenschaftlicher Studien, Populationsmonitoring in Russland und China

2016 haben wir zudem das WCS-Monitoringprogramm im chinesischen Hunchun Nature Reserve gefördert. Das im 2001 ausgewiesene Naturreservat hat für den Schutz der letzten überlebenden Amur-Leoparden eine sehr große Bedeutung, da es direkt an den russischen Nationalpark „Zemlja Leoparda“ angrenzt. Das Schutzprogramm unseres Partners beinhaltete das Populationsmonitoring mittels Kamerafallen und Spurenidentifizierung, die Analyse von Habitatnutzung, Verhalten und Bewegungsmuster der hier lebenden Amur-Leopard und Amurtiger sowie die grenzübergreifende Kooperation mit russischen Experten.

 

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Fotos (v.l.n.r.): Dick Petrie, Yuri Shibnev,John Lewis, Wildlife Vets International

Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB)

Förderzeitraum: 2001-2018

Fördersumme: 1.107.547,91 €

Region: Kambodscha

 

Zu den ältesten Projekten der Stiftung Artenschutz gehört das in 2003 gegründete Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) – das erste Naturschutzzentrum Kambodschas. Ziel des ACCB ist es, zum Erhalt der Tierwelt in der Region Angkor und der Biodiversität generell in Kambodscha beizutragen. Ein Zentrum zur Zucht hochgradig bedrohter Tierarten, Versorgung und Rehabilitierung von beschlagnahmten oder aufgefundenen Wildtieren und ein Schulungs- und Informationszentrum für die einheimische Bevölkerung sowie auch Touristen bilden den Kern des Projektes. Ein wichtiger  Aufgabenbereich ist zudem die Biodiversitäts- und Artenschutzforschung.


Unter den zuletzt geförderten Maßnahmen gehörte die Einrichtung eines „Languren-Kindergartens“, der eine optimale Sozilisation ermöglicht und  einer starken Prägungauf die Tierpfleger entgegenwirkt.


2018 übernamm der Allwetterzoo Münster die alleinige Trägerschaft des Projektes.

 

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Fotos: ACCB, Jörg Adler, Jörg Adler

Äthiopischer Wolf

Förderzeitraum: 2002,2007, 2012, 2018

Fördersumme: 12.405 €

Durchführende Organisation: EWCP

Region: Äthiopien

Art: Canis simensis

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Stark gefährdet (Endangered)

 

Die Stiftung Artenschutz unterstützte das Schutzprojekt vom Ethiopian Wolf Conservation Programme (EWCP). Zuletzt geförderten Maßnahmen ( 20018/2019) beinhalteten großflächige Impfung von Haushunden um den Wolfslebensräumen und die Anwendung einer Schluckimpfung. Dies hat zum Ziel, die Ausbreitung der Tollwut einzuschränken. 1990, 2003, 2009, 2014 und zuletzt in 2016 haben Verheerende Ausbrüche jeweils bis zu 75% der Wolfspopulation dezimiert. 

 

Wolf 1Wolf 3Wolf 2

Fotos (v.l.n.r.): James Hopkirk, EWCP, James Hopkirk www.flickr.com/photos/jameshopkirk

Angler helfen Amphibien

Förderzeitraum: 2010

Fördersumme: 8.000 €

Durchführende Organisation: Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA) e.V.

Region: Deutschland

 

Die Vereinten Nationen riefen 2010 das Jahr der Biologischen Vielfalt aus. Dies nahm die Stiftung Artenschutz zum Anlass das Projekt » Amphibienschutz am Angelgewässer « zu unterstützen. Nachdem bereits 2008 im » Year of the Frog « die Initiative » Sei kein Frosch – Hilf uns! « zum Schutz von Amphibien entstand, setzte das Projekt darauf, eine weitere Zielgruppe für den Amphibienschutz vor der eigenen Haustür zu gewinnen: die Angler.

Das Hauptaugenmerk lag des Projektes  "Amphibienschutz am Angelgewässer"lag in der Strukturverbesserunf von Angelgewässern. Unterstützt durch den Landesfischereiverband Westfalen und Lippe bietete das Projekt  Anglervereinen in Westfalen-Lippe Fortbildungsseminare an und beriet bei Planung und Umsetzung von Amphibienschutzmaßnahmen.

 

AnglerAngler 2Angler 3

Fotos: Axel Gebauer

 

 

Cikananga Wildlife Center

Förderzeitraum: 2010

Fördersumme: 3.000 €

Region: Indonesien

Art: Acridotheres melanopterus, Sus verrucosus

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered), Stark gefährdet (Endangered)


Die Stiftung Artenschutz unterstützte das Cikananga Wildlife Center in Indonesien bei seinem Erhaltungszuchtprogramm für den stark gefährdeten Schwarzflügelstar und das Java-Pustelschwein. Das Ziel des Zuchtprogramms ist es, Populationen beider Arten in Menschenobhut aufzubauen, um die Tiere in geeigneten Gebieten später wieder ansiedeln zu können.

 

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Fotos (v.l.n.r.): Pavel Hospoadarsky, Florian Richter, Pavel Hospoadarsky

Europäischer Nerz

Förderzeitraum: 2006-2014

Fördersumme: 46.919,50 €

Durchführende Organisation: Foundation Lutreola, EuroNerz e.V.

Region: Estland, Deutschland

Art: Mustela lutreola

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)

 

2010 wurde ein Projekt zur Wiederansiedlung am niedersächsischen Steinhuder Meer gestartet. In enger Kooperation vereinen die Wildtier- und Artenschutzstation e.V. in Sachsenhagen, die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V. (ÖSSM) und EuroNerz e.V. ihre Bemühungen mit einem gemeinsamen Ziel: Der flinke Jäger soll ein neues Zuhause finden.
Die Stiftung Artenschutz unterstützte die Wildtierstation Sachsenhagen beim Bau zweier naturnah gestalteter Gehegekomplexe. In der Zuchtanlage wurde Nerze aufgezogen und für die spätere Auswilderung in ihrem natürlichen Lebensraum vorbereitet.

Die Stiftung Artenschutz begleitete neben dem deutschen Projekt sauch die Wiederansiedlung des Europäischen Nerzes in Estland. Unser langjähriger Partner, die Stiftung Lutreola, hat zum ersten Mal im Jahr 2000 Europäische Nerze auf der Insel Hiiumaa ausgesetzt. Seitdem läuft ein durchgängiges Programm zum Monitoring und zur Wiederansiedlung der Tiere.

Ein anderer Hauptbestandteil der Schutzbemühungen für den Europäischen Nerz besteht in der Haltung und Zucht der vom Aussterben bedrohten Art in der Estnischen Hauptstadt. Hier hat die Geschichte angefangen – 1986 zogen die ersten Nerze in die Einrichtung ein, sechs Jahre später startete das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Art. Zurzeit befindet sich im Zoo Tallinn über die Hälfte der gesamten Population in menschlicher Obhut.
Die Stiftung Artenschutz förderte neben der Freilandarbeit auf der Insel auch die Tierhaltung (Pflege, Tierfutter- und Wasserversorgung) in den Auswilderungsgehegen sowie die Ausbesserung der schon bestehenden Zuchtanlagen.

 

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Fotos: Tiit Maran

 

Lear Ara

Förderzeitraum: 2009-2011

Fördersumme: 13.060 €

Durchführende Organisation: Hilea

Region: Serra Branca, Brasilien

Art: Anodorhynchus leari

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Stark gefährdet (Endangered)

 

Der Lear-Ara bewohnt ausschließlich ein kleines Gebiet im Bundesstaat Bahia im Nordosten Brasiliens. Seine Bruthöhlen befinden sich in Sandsteinklippen. Der Papagei mit dem blauen Gefieder ist als "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Im Jahr 1987 bestand die Population aus nur noch 70 frei lebenden Tieren.
Die Schutzmaßnahmen der Stiftung Artenschutz konzentrierten sich auf das Gebiet »Serra Branca«. Diese Gebiet liegt in privater Hand und ist für den Erhalt des Lear-Aras von besonderer Bedeutung, da es sich um ein gut geschütztes, weitgehend intaktes Brutgebiet handelt.

Ein Schwerpunkt beim Schutz des Lear-Aras war die Anpflanzung von Palmsetzlingen der Likuri-Palme, deren Früchte die eigentliche Nahrungsquelle der Lear-Aras sind. Bis die ursprüngliche Hauptnahrung des Lear-Aras wieder ausreichend zur Verfügung steht, wurden zudem Maisfelder speziell für die Vögel angebaut.
Das Projekt beinhaltete folgende Schutzmaßnahmen zum Erhalt des Lear-Aras:

  • Erweiterung des Nahrungsangebotes für den Lear-Ara in seinem Lebensraum
  • Pflanzungen von Licuri-Palmen und Pflege des bestehenden Palmenbestandes
  • Schutz des Gebietes durch Verbesserung von Überwachungsmaßnahmen, Einzäunungen und durch Einrichtung von Zugangskontrollen
  • Information der lokalen Bevölkerung

 

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Fotos: Karl-Heinz Lambert

 

 

Quetzal

Förderzeitraum: 2009-2012

Fördersumme: 8.573 €

Durchführende Organisation: PROEVAL RAXMUUPROBON 

Region: Chelemhá Private Nature Reserve, Guatemala

Art: Pharomachrus mocinno

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Potenziell gefährdet (Near threatened)

 

Die Stiftung Artenschutz förderte ein Projekt der guatemaltekischen Naturschutzorganisation PROEVAL RAXMU. In Kooperation mit UPROBON werden im Chelemhá Private Nature Reserve in Guatemala Bergnebelwaldflächen angekauft. Da die erworbenen Flächen unmittelbar zwischen drei schon bestehenden Schutzgebietsflächen liegen, wird dadurch weitere Lebensraum-Fragmentierung vermieden. Der Ankauf dieser Gebiete ist somit von außerordentlicher Bedeutung für den längerfristigen Erhalt der Nebelwälder und der Quetzalpopulation in der Region.

Ein weiteres Projektziel bestand darin, die Vogelpopulationen kontinuierlich zu beobachten, um mehr über die Verbreitung, die Brutsaison und die Migrationszeit des Quetzals erfahren. Für diesen Zweck wurden ortsansässige Maya für die Vogelbestimmung und Kartierung ausgebildet. Das trägt nicht nur dazu bei, das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu entwickeln und zu stärken. Da die lokalen Gemeinden touristische Programme entwickelt haben und die ausgebildeten Vogelkartierer dank ihrer Bestimmungskenntnisse sehr begehrte Touristenführer sind, bietet das Vogel-Monitoring-Programm auch die Möglichkeit eines alternativen Einkommens für die Menschen vor Ort.

 

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Fotos (v.l.n.r.): Fabio Bretto, Fabio Bretto, Knut Eisermann

Perrier-Sifaka

Förderzeitraum: 2007

Fördersumme: 10.000 €

Durchführende Organisation: Act for Nature

Region: Madagaskar

Art: Propithecus perrieri

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)

 
Wir unterstützten das im März 2006 gestartete Projekt zum Schutz und zur Erforschung des Perrier-Sifaka. Eines der Hauptziele des Schutzprogramms war es, alle aktuellen Lebensräume des Perrier-Sifakas unter effektiven Schutz zu stellen. Das Projekt arbeitete zum einen die Schutzgebietsplanung für die madagassische Regierung aus und setzte sie um. Zum anderen sensibilisierte es die ansässige Bevölkerung für den Arten- und Umweltschutz.

Roloway-Meerkatze

Förderzeitraum: 2004, 2012, 2015

Fördersumme: 3.040 €

Durchführende Organisation: WAPCA

Region: Ghana, Elfenbeinküste

Art: Cercopithecus roloway

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)

 

Stiftung Artenschutz unterstützte die Arbeit von WAPCA (West African Primate Conservation Action) in Ghana und der Elfenbeinküste, u.A.:
 - Erfassung aller noch bestehenden Vorkommen (und somit des Weltbestandes) der Roloway-Meerkatze und der Weißscheitelmangabe in den Restregenwäldern ihres Vorkommensgebietes
 - Aufbau von Wildhütereinheiten in ausgewählten Gebieten
 - Begründung einer Umweltbildungs-Kampagne zur Verdeutlichung der Rolle der letzten Regenwälder für das gesamte Ökosystem. Aufklärung der Bevölkerung auch durch Naturschutz-Bildung der Kinder in den Dörfern
 - Errichtung einer lokalen Auffang- und Erhaltungszuchtstation für beschlagnahmte Affen

 

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Fotos: Zoo Heidelberg

 

San Guillermo

Förderzeitraum: 2012-2019

Fördersumme: 3.553,46 €

Durchführende Organisation: Emiliano Donadio, Program in Ecology and Department of Zoology and Physiology, University of Wyoming

Region: Anden, Argentinien

Art: Vicugna vicugna, Puma concolor

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Least concern

 

Stiftung Artenschutz förderte eine Studie im Nationalpark San Guillermo – einem 150.000 ha großen Schutzgebiet in Argentinien.Die Studie hatte mehrere Ziele. Zum einen sollte sie einen Einblick in die von Menschen unberührten semi-ariden Ökosysteme Südamerikas bieten. Dabei sollte die Notwendigkeit verdeutlicht werden, diesen einzigartigen Lebensraum in seinem ursprünglichen Zustand zu erhalten und den Bergbau in der Region zu verhindern. Zum anderen sollte die Erforschung der Räuber-Beute-Beziehungen wichtige Erkenntnisse für künftige Wiederansiedlungsprojekte für Kameliden und/oder Pumas bringen und die Grundlage für die Erstellung eines Management-Plans des Nationalparks liefern.

 

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Fotos (v.l.n.r.): Joe Riis, Rafa Abuin, Proyecto San Guillermo

 

Schutz der philippinischen Fauna

Förderzeitraum: 2002-2005,2010,2015

Fördersumme: 123.449 €

Region: Philippinen

Durchführende Organisation: Mari-it, NFEFI-BCC, TFI, ZGAP

Art: Rhabdotorrhinus waldeni, Penelopides panini, Rusa alfredi, Bubo philippensis

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered), Stark gefährdet (Endangered)

Seit  Ihrer Gründung ist die Stiftung Artenschutz sehr eng mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP e.V.) verzahnt.  Beide Organisationen haben  in wichtigen Tärigkeitsfeldern  eine sehr ähnliche Ausrichtung – der Erhalt existenziell gefährdeter Tierarten, die unmittelbar vor der Ausrottung stehen und für die und ihre Lebensräume es nicht genug Unterstützung gibt. Viele Arten, für welche die ZGAP Schutzprojekte gefördert hat oder immer noch fördert, standen auch auf der Prioritätenliste der Stiftung.

Besonders eng kooperierten  beide Organisationen für den Erhalt der stark gefährdeten philippinischen Fauna. Stiftung Artenschutz und ZGAP unterstützten die Artenschutzarbeit der Negros Forest & Ecological Foundation (NFEFI; bis vor einigen Jahren die einzigen größeren Naturschutzorganisation auf der Insel Negros), dem Center for Tropical Studies (Centrop) der Silliman University (ebenfalls auf Negros) und der West Visayas State University (auf Panay).

In den Auffang- und Zuchtstationen dieser Institutionen, in denen beschlagnahmte Tiere gehalten werden, wurden gefährdete endemische Arten wie der Prinz-Alfred-Hirsche, Korallenschnabel- und Tariktik-Hornvögel, Visayas-Mähnenschweine und Philippinen-Uhus gezüchtet und für die Wiederansiedlung vorbereitet. Hier gelangen auch die ersten erfolgreichen Nachzuchten von Tariktik- und Korallenschnabel-Hornvögeln.

 

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Das geförderte Schutzprogramm beinhaltete:

  • den Ausbau der Naturschutzzentren für die lokale Bevölkerung und Verbesserung der Infrastruktur der Arterhaltungsstationen.
  • die Unterstützung ökologischen Landbaus auf dem Gelände der West Visayas State University zur Erprobung naturverträglicher Anbaumethoden als alternative Erwerbsquelle.
  • die Ausbildung einheimischer Biologen, Tierärzte und Tierpfleger im Arten- und Naturschutzmanagement, um Fachpersonal für das Hirschprojekt und weitere Naturschutzmaßnahmen bereit zu stellen.
  • die Absicherung der laufenden Kosten (Gehälter, Futterkosten, Unterhaltskosten usw.)

 

2015 musste das NFEFI-BCC verlegt werden und die Tiere wurden von der Talarak Foundation Inc. (TFI) übernommen, da das ursprüngliche Gelände in der Stadt Bacolod eine enorme Wertsteigerung erfuhr und aus diesem Grund von der Stadtverwaltung als Bauland genutzt werden sollte. Hier gelang 2005 die welterste Nachzucht in der Geschichte der Haltung des Philippinen-Uhus, 2016 schlüpfte die welterste F2-Generation. Dies geschah in den neu errichteten Volieren des TFI, die kurz davor unter anderem mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung Artenschutz fertiggestellt wurden.

Logo Talarak Foundation

 

Später übernahm die ZGAP die komplette Betreuung und Finanzierung der Artenschutzarbeit auf den Philippinen. 2020 überwies die Stiftung Artenschutz nochmals einen kleinen Betrag an die Talarak Foundation. Dr. Johanna Rode-Margono, Geschäftsführerin der Stiftung Artenschutz, ist externes Vorstandsmitglied von Talarak Foundation Inc., da sie in den letzten Jahren, in denen Talarak eine enorme strategische Entwicklung durchgemacht hat, der Organisation mit Rat und Tat zur Seite stand.  

 

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Schutzgebiet Juma

Förderzeitraum: 2008

Fördersumme: 22.457,66 €

Durchführende Organisation: Associação Hiléia

Region: Rio Aripuana, Brasilien

 

Die Region des Rio Aripuanã im Zentralen Amazonasbecken beherbergt eine artenreiche Tier-und Pflanzenwelt, darunter mehrere wissenschaftlich noch nicht beschriebene Großsäugerarten. 2006 förderte die Stiftung Artenschutz über die in Manaus ansässige brasilianische Organisation Hiléia Expeditionen zur Erforschung der unbekannten Spezies in diesem einzigartigen Habitat.

Die Landesregierung des Bundesstaates Amazonas hat am 21. Juni 2006 einen Teil der Region als „Areal Nachhaltiger Nutzung“ (RDS) ausgewiesen. Das neue Schutzgebiet heißt „Juma“ — benannt nach einem rechten Nebenfluss des Rio Aripuanã, der in Santa Eliseia einmündet — und umfasst 589.611 Hektar. Ein Teil des Gebietes wird unter kompletten Schutz gestellt. Der traditionell ansässigen lokalen Bevölkerung bleibt die kontrollierte Nutzung der natürlichen Ressourcen erlaubt, jedoch wird dem Zuzug weiterer Bewohner und der kommerziellen Agrarwirtschaft Einhalt geboten.

Die Stiftung Artenschutz unterstützte folgende Maßnahmen:

 - Verankerung eines Schwimmpontons auf dem Rio Aripuanã: Der Ponton dient der Schutzgebietssicherung, soll in Zukunft aber auch der Ausbildung von Wildhütern und der Fortbildung der lokalen Bevölkerung in alternativen, nachhaltigen und naturverträglichen Ökonomien dienen.

 - Ausbildung von freiwilligen, einheimischen Waldwächtern.

 - Durchführung von Kursen für die einheimische Bevölkerung:

  • zur Einführung von Bienenzucht als alternative Einkommensmöglichkeit
  • zur Einführung von Permakultur im Sinne einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Nutzung der Ressourcen und des Bodens, die Brandrodung unnötig machen

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Fotos (v.l.n.r.): Eije Pabst, Eije Pabst, Frieder Salm

Titicaca-Riesenfrosch

Förderzeitraum: 2008, 2010, 2015

Fördersumme:  19.314 €

Durchführende Organisation: Asociación Armonía – BirdLife International

Region: Bolivien

Art: Telmatobius culeus

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Stark gefährdet (Endangered)

 


Der Titicaca-Riesenfrosch (Telmatobius culeus) verbringt sein gesamtes Leben im Wasser und gilt als die am stärksten gefährdete Amphibienart Boliviens. Gefahr für ihn geht vor allem vom Menschen aus, der seinen Lebensraum ausbeutet und zerstört. Seit nunmehr drei Generationen hat sich die Populationsgröße des Frosches um 80 Prozent verringert. Wenn Bedrohungen wie Bejagung, Verenden als Beifang in Fischernetzen und Wasserverschmutzung nicht drastisch unterbunden werden, steht es um den Riesen schlecht.


Die Stiftung Artenschutz fördert Maßnahmen zum Schutz und Erhalt des Titicaca-Riesenfrosches seit 2008. Hauptziele sind die Erfoschung der Gründe für den Populationsrückgang und die Aufbau einer ex situ Zucht in menschlicher Obhut. Nun hat der Aquazoo Düsseldorf die Projektförderung übernommen. 


Eine erste Pilotstudie der ‚Asociación Armonía - BirdLife International’ untersuchte die diversen Ursachen für den Rückgang der Art. Bei der Studie wurde das Ausmaß der gefangenen und getöteten Tiere ermittelt und die wichtigsten Laichplätze der Frösche ausfindig gemacht, um gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten. Nicht zuletzt sollte die Ausbreitung des für Amphibien tödlichen Chytridpilzes beobachtet werden, der seit 2011 auch in dem weit abgelegenen Titicacasee nachgewiesen wurde. Es folgte ein Schutzprojekt, das ein Monitoring-Programm, Umweltbildungsmaßnahmen für die lokalen Gemeinden und die Unterstützung eines Zuchtprogramms für den Titicaca-Riesenfrosch beinhaltete.


Anfang 2015 gab es ein besonders besorgniserregendes Massensterben auf der bolivianischen Seite des Titicacasees, das sich auf einer Fläche von über 500 km² erstreckte.


Unter der Leitung von Arturo Munoz wurde über die ‚Bolivian Amphibian Initiative’ ein Notfallprojekt gestartet, das sowohl in-situ als auch ex-situ-Schutzmaßnahmen beinhaltet und maßgeblich durch die Stiftung Artenschutz unterstützt wurde.

 

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Fotos: A. Munóz

 

Unerforschte Tierwelt am Amazonas

Förderzeitraum: 2006-2007

Fördersumme: 45.492,34 €

Durchführende Organisation: Associação Hiléia

Region: Rio Aripuana, Brasilien

 

Die Stiftung Artenschutz förderte über die in Manaus ansässige brasilianische Organisation Hiléia Expeditionen zur Erforschung der unbekannten Spezies in der Region des Rio Aripuanã im zentralen Amazonasbecken. Schon vor Abschluss der wissenschaftlichen Auswertung konnte ein großartiger Erfolg erzielt werden: Das Gebiet wurde als „Areal Nachhaltiger Nutzung“ (RDS) unter Schutz gestellt - die erste von vier möglichen brasilianischen Schutzkategorien. DZudem konnte sich aufgrund der guten Artenkentnissen der einheimischen Flussbewohnern („Caboclos“)  eine für das Projekt sehr hilfreiche Zusammenarbeit mit den ortskundigen Caboclos entwickeln.

 

 

Bawean-Pustelschwein

Förderzeitraum: 2015

Fördersumme: 4.400 €

Region: Indonesien

Durchführende Organisation: Bawean endemics Conservation Initiative

Art: Sus verrucosus blouchi

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Stark gefährdet (Endangered)

 

Das Bawean-Pustelschwein (Sus verrucosus blouchi) kommt endemisch auf Bawean vor, einer 190 km2 großen Insel zwischen Java und Borneo.Trotz eines existierenden Erhaltungszuchtprogramms für das Java-Pustelschwein ist bisher nur wenig über die auf Bawean lebende Unterart bekannt.

Stiftung Artenschutz förderte die welterste ökologische Studie zur Erforschung der Population. Die gesamelte Daten leiferten wichtige Erkenntnisse bezüglich der Biologie und Ökologie der Art und bildet damit die Grundlage für sinnvolle und langfristige Schutzmaßnahmen.

 

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Fotos (v.l.n.r.): BEKI, Johanna Rode-Margono

Goldkopflangur

Förderzeitraum: 2003-2018

Fördersumme: 147.225,29 €

Durchführende Organisation: CBLCP

Region: Insel Cat Ba, Vietnam

Art: Trachypithecus poliocephalus

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Vom Aussterben bedroht (Critically Endangered)

 

Der Goldkopflangur (Trachypithecus poliocephalus) lebt ausschließlich auf dem Cat Ba Archipel in Vietnam. Ende 1999 wurde die Primatenart als die derzeit am stärksten bedrohte Primatenart eingestuft. Seit den 1960er Jahren erfuhr die Art einen Populationsrückgang um bis zu 98%. Ausgehend von einer geschätzten ursprünglichen Population von 2.400-2.700 Tieren waren es im Jahr 2000 nur noch 53. Hauptursache hiefür war Wilderei zur Herstellung traditioneller Medizin. Weitere anthropogene Einflussfaktoren im Lebensraum mit erheblicher Auswirkung auf die Goldkopfanguren sind land- und forstwirtschaftliche Aktivitäten (Störung, Habitatzerschneidung, begleitende Jagdaktivität), Shrimpsfarming, Straßenbau und Urbanisierung und massiver Ausbau des Tourismus auf Cat Ba.

Ziele des geförderten Projektes waren:

- Schutz der verbliebenen Goldkopflanguren (kontrollierte Überwachung des gesamten Tierbestandes, spezielle Schutzmaßnahmen für vereinzelte Gruppen in direkter Nachbarschaft zu menschlichen Siedlungen)
- Erhöhung seiner Reproduktionschancen durch Umsiedlung isolierter Gruppen
- Erhalt der gefährdeten Waldbedeckung der Karsthügel und Mangrovenaufforstung als Beitrag zur Einkommensgenerierung und zum Erhalt von Lebensraum für die Goldkopflanguren und die Artenvielfalt insgesamt
- Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter des behördlichen Forstschutzes.

Das Cat Ba Langur Conservation Project (CBLCP) wurde im Jahr 2000 vom Allwetterzoo Münster und der Zoologischen Gesellschaft für Arten und Populationsschutz e.V. (ZGAP) initiiert. Seither wurde das Projekt regelmäßig von der Stiftung Artenschutz gefördert. Seit 2019 wird das Projekt vom Zoo Leipzig getragen.

Das Projekt wurde unterstützt durch Apenheul Primate Conservation Trust, Gemeinschaft Deutscher Zooförderer (GDZ), AWP.

 

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Fotos: Neahga Leonard /CBLCP

Küstenscharbe

Förderzeitraum: 2014

Fördersumme:  2.000 €

Durchführende Organisation: SANCCOB

Region: Namibien

Art: Phalacrocorax neglectus

Bedrohungsstatus (IUCN Red List): Stark gefährdet (Endangered)

Die Stiftung Artenschutz unterstützte die südafrikanische Naturschutzorganisation Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds (SANCCOB) bei der Erforschung von Gründen für den starken Rückgang der Küstenscharbe in freier Wildbahn.

Kampagne "Tatort Tier"

Im Rahmen der EAZA-Südostasien-Kampagne 2012/2013 entwickelte die Stiftung Artenschutz ein Kampagnen-Konzept, mit dem Zoologische Gärten und Tierparks auf das wichtige Thema ‚illegaler Wildtierhandel’ aufmerksam machen können.

Stiftung Artenschutz entwickelte das komplette Konzept und produzierte Kampagnenmaterialien, Flyer und Poster für die zahlreichen Teilnehmer.

 

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Fotos (v.l.n.r.):Zoo Landau, Zoo Erfurt, Zoo Landau